Mawlamyaing und Hpa-An

Mawlamyaing (oder Moulmein) ist die historische Hauptstadt des Mon-Staates und ist mit etwa 250.000 Einwohnern eine der größten Städte im Süden Myanmars. Der Name kommt der Legende nach von Mot-Mua-Lum, was "ein zerstörtes Auge" bedeutet. Die Legende erzählt von einem dreiäugigen König, der vor langer Zeit lebte. Das dritte Auge befand sich in der Mitte seiner Stirn und hatte die Macht zu sehen, was in den umliegenden Königreichen geschah. Der König eines benachbarten Reiches gab ihm seine Tochter zur Frau. Diese hatte nichts Gutes im Sinn und es gelang ihr schließlich, das alles sehende dritte Auge zu zerstören.

Sehenswürdigkeiten:

Mon Kulturmuseum: Das zweistöckiges Gebäude ist der Geschichte der Mon in dieser Region gewidmet. Die kleine Sammlung des Museums beinhaltet Waagen mit Mon-Inschriften, hundert Jahre alte Holzskulpturen, Keramik, Thanaka-Schleifsteine, silbernen Betelschachteln, einen Brief in englischer Sprache vom 22. Dezember 1945 von Bogyoke Aung San an Mo Chit Hlaing, einen berühmten Führer der Mon, Lackarbeiten und gefaltete Manuskripte.

Kyaik-Than-lan-Pagode: Die Pagode wurde im Jahre 875 n. Chr. von König Mutpi Raja erbaut. Eine Haarreliquie Buddhas, Tripitaka-Manuskripte, sowie goldene Buddhastatuen werden in dieser Pagode aufbewahrt. Nach einander erhöhten Könige die Pagode von 17m auf gegenwärtig 46m. Die Basis der Pagode hat einen Umfang von 137m. Die Pagode ist von 34 kleinen Pagoden, Zediyan genannt, umgeben. Das Wort Kyaik bedeutet in der Mon-Sprache soviel wie Cedi oder Stupa. Die Pagode wurde von König Anawrahta, Gründer der Bagan Dynastie, repariert und später von Mon Königen vergrößert. Kyaik-than-lan ist auch die Pagode, die der englische Dichter Rudyard Kipling in seinem Gedicht "Mandalay" beschreibt, welches mit folgendem Vers beginnt: „By the old Moulmein Pagoda, lookin lazy at the sea..." („An der alten Pagode von Moulmein, träge aufs Meer blickend...").

U Zina Pagode: Der Legende nach wurde sie im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut. Aufzeichnungen zufolge wurde die Pagode 1832 von U Lugalay und seiner Frau Daw Mi erneuert und auf die heutige Höhe von 34m erweitert. Ein liegender Buddha befindet sich dort. Besucher sollten sich auch die vier lebensechten Figuren ansehen: Ein Greis, der sich auf einen Stock stützt, ein Mann, der an einer schlimmen Krankheit leidet, eine verweste Leiche, und schließlich ein Mönch in gelbem Gewand, frei von allen weltlichen Sorgen. Diese vier Figuren stellen die vier Zeichen dar, die Buddha dazu veranlassten, den Palast zu verlassen und sein Leben als religiöser Einsiedler zu verbringen.

Mahamuni-Pagode: Der Bau dieser Pagode wurde von Sayadaw Waziya-yama, einem bedeutenden buddhistischen Mönch, geleitet sowie von Daw Shwe Bwin von Mawlamyine. Sie enthält einen Nachbau der Maha Muni-Statue in Mandalay. Das nahegelegene Kloster, das nach seinem Stifter Seindon Mibaya Kyaung benannt ist verfügt über hervorragende, über 100 Jahre alte Holzschnitzarbeiten.


Mudon, 29 km südlich von Mawlamyine, ist für seine Baumwollweberei berühmt. Die Berge östlich davon sind eine Quelle für Nahrungsmittel aus dem Dschungel: Rehe, Schlangen und anderes Wild aus dem Wald werden in den Restaurants von Mudon serviert.
Etwas nördlich von Mudon liegt der Ayin Dam, ein Wasserreservoir das auch verwendet wird, um die hiesigen Kautschuk Plantagen zu bewässern. Der Kangdawgyi See ist die beliebteste Picknickstelle der Einheimischen. Am nördlichen Ende des Sees steht die nach dem See benannte Kangdawgyi Pagode.
Der weltgrößte liegende Buddha wurde im Win Sein Taw Ya Wald, 29 km südlich von Mawlamyine, gebaut. Die Statue heißt Zinathuka Yan Aung Chantha und ist 180 m lang und fast 34 m hoch. Im Inneren der Statue befinden sich 182 Zimmer auf acht Etagen. In der Nähe der Buddhastatue stehen 200 Almosen sammelnde Mönche.


Hpa-An, am Ufer des trägen Flusses Thanlwin gelegen, ist die Hauptstadt des Staates Kayin mit ca. 50.000 Einwohnern. Obwohl es in der Tat eine kleine Stadt ist, ist es auch ein geschäftiges Handelszentrum. Pha-Ein wurde erst kürzlich als Reiseziel entdeckt. Die Umgebung ist berühmt für seine großen, bizarren Höhlenlabyrinthe, die mit Buddha-Figuren verziert sind.

Sehenswürdigkeiten:

Museum: Auf der anderen Seite des Sees, gleich wenn man die Brücke überquert hat, befindet sich ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken der Karen Kultur.

Thamanya Kloster: Der Berg Thamanya liegt 37 km südöstlich an der Straße von Hpa-An nach Kawkareik. Dieser Ort ist berühmt wegen des 2003 verstorbenen höchst ehrwürdigen Mönchs, "Thamanya Sayardaw". Pilger kommen aus dem ganzen Land um ihm zu huldigen.

Kawgun Höhle: Die Kawgun Höhle liegt in der Nähe des Dorfes Kawgun, ca. 3 km von Hpa-An entfernt. Es handelt sich um eine natürliche, 61 m breite und 91 m lange Kalksteinhöhle. Die Felsoberfläche ist reichlich mit verschiedenartigen tönernen Buddhafiguren und Gedenktafeln bedeckt. Von diesen Höhlen gibt es im unteren Myanmar nicht sehr viele. Nach dem Stil der Buddhastatuen zu urteilen, kommen diese aus dem 15. Jahrhundert, der Hanthawaddy-Periode.